Archiv für das Tag 'Naschmarktgarage'

Feb 08 2009

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Barbara.Neuroth

Keine Naschmarktgarage, und das ist gut so

Im Spätherbst waren die Pläne für einen Garagenkobel im Hochwassergewölbe unter dem Naschmarkt plötzlich sehr konkret. Zumindest für manche, denn öffentlich waren diese Pläne nur für einen exklusiven Kreis, in der Verkehrskommission des 6. Bezirkes, zugänglich. Als Anrainerin, Freundin des und Konsumentin vom Naschmarkts (siehe auch meine Kolumnen in der Naschmarktzeitung http://www.wienernaschmarkt.eu/staende_info_uebrigs.html

Umso heftiger wurden diese Pläne öffentlich diskutiert, lobbyiert und kommentiert. Das ist keineswegs verwunderlich, denn der Hausverstand sagt einem schon, dass es sich bei diesem Projekt nur um eine Schnapsidee handeln kann:

Otto Wagner hat schon gewusst, wie er den Hohlraum unter dem Naschmarkt, für das tausendjährige Hochwasser dimensioniert. Jedes Volumen, das in diesen Hohraum hineingehängt wird, muss ja als Barriere wirken.

Garagen Aus- und Einfahrten sind schiarch, und verschlingen viel Platz an der Oberfläche,  das kann man sich bei jeder noch so hochgelobten Tiefgarage in Wien, ja in der ganzen Welt, ansehen.

Die 9 geplanten Auf- und Abgänge, gäserne Stiegenhäuser, die gleichzeitig als Abluftschächte dienen!! würden das denkmalgeschütze Ensemble des Naschmarkts verunzieren. Die Garagenabluft, die sich dann lauwarm  über Sushi und Radieschen legt, richtig g’schmackig!

Zuletzt, aber wohl am wichtigsten. Die Verkehrssituation um den “Bauch Wiens”. Die Weinzeilen sind an ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, insbesondere am Samstag, wo sich der Markt der Käuferschaft erfreut, die er unter der Woche vermisst. Statt die öffentliche Verkehrsanbindung weiter zu verbessern, Radwege zu verlängern und zu verbinden, breite Fußverbindungen und Gehsteige, gute Beleuchtung, mehr Haltestellen für den Bus, Busspur, etc kurzum ein nicht-Auto-orientiertes Mobilitätskonzept für den Naschmarkt, ist gefragt.

Aber dafür fehlt dann sicher das Geld, für eine 8 Millionen teure Garage, bei der Autos durch eventuelles Hochwasser hinweggeschwemmt würde, gibt es offensichtlich finanzielle Mittel.

Dass nun das die rote Bezirksvorsteherin Kaufmann und der rote Verkehrsstadtrat Schicker einen vorzeitigen Planungstod der unsinnigen Naschmarktgarage ausgerufen haben hat vordergründig mit Vernunft zu tun. Hintergründig ist dafür sicher der massive Protest von prominenten und aufgebrachten AnrainerInnen und der Grünen Protestkampagne zu tun. Die Wahlen stehen vor der Tür und der rote Stimmenvorsprung vor den Grünen ist diesseits (Wieden) wie jenseits (Mariahilf) des Wienflusses nur haudünn. Da kann man den Grünen doch keinen politischen Erfolg vergönnen!

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