Jan 01 2010
Jugendstiltheater Mala Strana muss wiederbelebt werden
Das ehemaliges Theater, das in den 70er Jahren als Fitness- und Boxclub genutzt wurde, war unter anderem auch Spielstätte für eines der ersten Wien-Konzerte von Reinhard Fendrich. Die Widmung auf die Räumlichkeiten ist übrigens nach wie vor Sport- und Freizeit, für eine kulturelle Nutzung müßte also die Widmung geändert werden, was auch mit dem Einverständnis der Eigentümer im Haus geschehen sollte.
Danach gab es eine kurze, sehr beeindruckende kulturelle Nutzung mit einer Opernaufführung von „La Traviata“ von Markus Kupferblum. Die Räume im Keller sind höchst beeindruckend, ein riesiger Saal mit Bühne, Ornamenten aus der Zeit des Jugendstil, rundum führt eine breite Ballustrade.

Eine breite Treppe führt nach oben, wo es einen heruntergekommen Barraum (im Stil der 60er Jahre) und Büroräume gibt. Also ein durchaus würdiger Rahmen um wieder kulturelles Leben in dieses Jugenstiltheater zu bringen.

Wie der Leser Franz K richtig bemerkte, wir haben Hunger auf Kultur. Die Grünen organisierten eine Begehung der Räumlichkeiten , weil wir uns ein Bild vom Zustand machen wollten. Harald Jahn von Viennaslide machte diese wunderschönen Bilder, die einen Eindruck von der vergangenen Pracht dieser Räumlichkeiten vermitteln. Vielen Dank! Ein Eigentümervertreter der conwert war so freundlich und hat uns auch bestätigt, dass es auch ihrerseits Interesse an einer Belebung und Renovierung gäbe. Viel Geld wird notwendig sein, um diese Spielstätte zu ihrem alten Glanz zu verhelfen, aber alle Seiten sind interessiert und willens diesen Ort wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Melden Sie bitte Ideen und Kontakte direkt an die Grünen Wieden per email an wieden@gruene.at
7 Kommentare

Hallo,
Leider ist über die Historie des Mala Strana in Wien und seine kulturelle Bedeutung nicht viel im Internet auffindbar. Vielleicht könnte man unter Bezug auf die Entstehungs,- und Verwendungsgeschichte des Theaters einen Wikipedia Artikel hierzu verfassen, der die Thematik “Mala Strana” auch etwas mehr ins öffentliche Licht rücken dürfte/könnte.
Ich wollte dies selbst in Angriff nehmen, jedoch war es mir nicht möglich das Curriculum des Theaters als auch klassische Ansichtsfotos von außen/innen aufzutreiben und schlage dieses Unterfangen jedem versierten Kenner mit besseren Quellen zur freundlichen Übernahme vor.
Hallo,
ich habe über die MA 19 (Stadtbild) gebeten, dass sie mir Infos zukommen lassen. Architekt, Nutzung, etc. Es ist KEIN Denkmalschutz auf die Räumlichkeiten. Die Fotos sind von Harals Jahn, Viennaslide, der bei der Begehung dabei war. Ich bin sehr dankbar dafür denn er hat das Jugendstiljuwel ins rechte Licht gerückt. Ich knüpfe eifrig Kontakte, Kupferblum hat sich schon gemeldet, ein weiterer in Richtung Tanz,.. Ich werde hierorts berichten. Danke für das Interesse!
Barbara Neuroth
hallo barbara,
ich interesse mich auch für dieses objekt. würde gerne mit dir über das mala strana plaudern. bitte melde dich bei mir, falls du zeit/lust hast. danke
lg
Ich habe bis vor einem Jahr ganz in der Nähe des ehemaligen Theaters gewohnt und mich immer gefragt wie es wohl im Innenraum aussehen könnte… Jetzt weiß ich es, wunderbar.
Wie kann man dieses wunderbare Haus nur so ausbluten lassen?
Auch ich hatte schon vor Jahren den Wunsch und den Traum da was machen zu können, es wieder bespielbar zu machen.
Etwa als Krimi- oder Boulevardtheater, klassisch.
Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge?
LG
link: http://www.kinthetop.at/forschung/kinthetop_4.html
Mittersteig Kino / Wiedner Grandkino
Mittersteig 15
Fassungsraum: 556 (1914, 1922); 600 (1934)
Das neu erbaute Kino wurde anfangs von Josef Schmalzhofer geleitet, der seine Lizenz aus dem Donaustädter Biograph (Wien II) mitbrachte, das im selben Jahr geschlossen wurde, sowie eine eingeschränkte Lizenz zur Führung der “Urania” hatte. Von 1923 an wurde das Kino temporär auch als Singspielhalle des Arbeiterverein Margareten genutzt.
Das große Kino mit quadratischem Zuschauerraum und einer durchgehenden Galerie führte 1930 den Tonfilm ein.
Der beeindruckende Saal steht seit einigen Jahren leer.
Ich habe heute Zettel an der Fassade des Mala Strana gesehen, auf denen zu lesen war, dass die Räumlichkeiten einem Supermarkt Platz machen sollen. Ich bin regelrecht wütend, überhaupt jetzt, wo ich aus diesem Blog starkes Interesse der WiednerInnen an diesem Theater lese. Wenn es Aktionen gibt/geben soll um auf den Verfall des Theaters aufmerksam zu machen, oder etwas zu seiner Wiederentstehung beizutragen, biete ich meine Unterstützung an.
Das Mala Strana ist nicht nur erhaltenswert, es wäre auch endlich ein weiterer größerer Veranstlatungsort für Kulturschaffende in der Wieden(derer es im Moment sehr viele gibt, siehe TONVOLL).
Für alle Interessierte an diesem Gebäude, Kunst, Kultur und
Politik: http://www.facebook.com/pages/Mala-Strana-Mittersteig-Theater-Darf-Kein-Supermarkt-Werden/314790988563226