Feb 10 2009

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Julia Malle

Fortschritt, fortschreiten - Wohin?

Abgelegt 22:03 unter Verkehr

APM versus AW

Unlängst bezeichnete ein Freund die Grünen als fortschrittsfeindliche Partei. Anlass war die Diskussion um die Errichtung des so genannten Cable-Liner, im Jargon auch als APM (=Automatic People Mover) bekannt. Dieses auch Standseilbahn genannte Ding soll den Wiener Hauptbahnhof mit der  U1 verbinden. Praktisch vorstellen darf man/frau sich das Ganze folgendermaßen: Man/frau steige in einen Aufzug, steigt damit auf 25 m Höhe auf, legt anschließend eine verhältnismäßige kurze Strecke von 800 m zurück, steigt aus und fährt mit einem weiteren Aufzug wieder auf den Boden der Realität. Der Realismus ist es auch, der uns Grüne dazu veranlasst dieser “Innovation” kritisch gegenüberzustehen. Was in den Ohren mancher ziemlich lässig klingen mag, ist nämlich nicht nur unpraktisch, weil umständlich, sondern vor allem auch schweineteuer, d.h. 40 Mio. Euro. Viel günstiger und notwendiger wäre der Ausbau der Öffis bzw. eine bessere Anbindung des Straßenbahnnetzes an den Südbahnhof. 

In einer Presseaussendung vom 28. 11. behauptet die Bezirksvorsteherin des 4. Bezirkes, Susanne Reichard, “dass die Grünen für wahre Visionen für diese Stadt wieder einmal zu reaktionär und mutlos sind.” Liebe Frau Reichard! Nicht  zeitgemäß ist es, das Wort reaktionär, welches auf die französische Revolution zurück geht und eigentlich ”undemokratisch” bedeutet, mit den Grünen zu verbinden. Wenn Sie mit reaktionär wie oben genannter Freund (er hat seine Meinung mittlerweile geändert) fortschrittsfeindlich meinen, muss ich Sie bitter enttäuschen. Denn wir haben ein günstigeres und weit effizienteres Gegenkonzept: Voilà! 

Auto-Walks, AW, oder auch Beförderungsbänder genannt, wie es sie auch auf internationalen und modernsten Flufhäfen gibt: http://wien.gruene.at/verkehr/artikel/lesen/40286/ 

Mein persönlicher und für manche wahrscheinlich fortschrittsfeindlichster Gegenvorschlag zum Cable-Liner wäre folgender: Man nehme die 40 Millionen Euro, die die Standseilbahn kosten würde und investiere sie in den Bereich, der an allen Ecken und Enden kaputtgespart wird: Wissenschaft und Forschung. Dies wäre eine Investition in die Zukunft und auch hier beschäftigt man/frau sich mit Fortschritt. 

Julia Malle

P.S. Wenn Sie sich genauer über den Cable-Liner informieren wollen, darf ich Sie auf folgende Seite verweisen:

http://wieden.gruene.at/hauptbahnhof/artikel/lesen/39512/

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